Diskus sind kein Einsteigerfisch. Sie brauchen 28–30 °C, sehr weiches saures Wasser, eine Gruppe ab 5 Tieren und ein Becken ab 300 Litern mit strenger Hygiene. Wer Guppy-Wasser hat, hat kein Diskus-Wasser.
Passt das zu dir?
Ja, wenn
- Du misst und wechselst Wasser wöchentlich ohne Ausnahme.
- Du kannst Osmose oder sehr weiches Leitungswasser fahren.
- Das ist nicht dein erstes Becken.
Nicht halten, wenn
- Dein Leitungswasser liegt bei GH 18 und du willst nichts aufbereiten.
- Du suchst einen ruhigen Fisch für 80 Liter.
- Du willst ihn mit Guppys oder Goldfischen vergesellschaften.
Gruppe ab 5–6. Einzeltiere und Paare ohne Rückzug verkümmern sozial.
Haltung
Diskus verzeihen keine Nachlässigkeit. Die hohe Temperatur beschleunigt den Stoffwechsel und die Keimlast; deshalb sind Wasserwechsel kein Ritual, sondern die Haltung selbst. Eine Gruppe ab fünf Tieren verteilt Aggression. Zwei Tiere bedeuten: eines wird gehänselt.
Zuchtformen tolerieren etwas härteres Wasser als Wildfänge, aber pH dauerhaft über 7 und kühle 24 °C sind trotzdem falsch. Guppys, Platys und Mollys gehören nicht ins Diskusbecken — weder vom Wasser her noch von der Temperatur.
Herkunft: Weichwasserzonen des Amazonas. Familie Cichlidae. Schicht im Becken: mitte. Ernährung: omnivor. Lebenserwartung: 10–15 Jahre. KH 0–4 °dH. Empfohlen eher 400 l bei 120 cm Kantenlänge.
Zucht
Paare bilden sich in der Gruppe. Offene Brutpflege, die Jungen weiden Hautschleim der Eltern ab. Das ist faszinierend und aufwendig. Wer züchten will, braucht ein separates, noch ruhigeres Becken und Zeit.
Typische Fehler
Ein Diskus „zum Anschauen“ in einem Gesellschaftsbecken. Temperatur 24 °C, weil der Rest der Besatzung das mag. Seltene, große Fütterungen statt mehrerer kleiner. Und der Kauf kranker, zu dünner Tiere, weil sie im Sale waren.
Was das Becken braucht
Abgeleitet aus den Werten oben. Die Empfehlung folgt dem Bedarf, nicht umgekehrt.
- Zuverlässige Heizung auf 28–30 °C, besser zwei Heizer.
- Große, häufige Wasserwechsel. Diskus-Haltung ist Hygienehaltung.
- Weiches Wasser — oft Osmose plus Aufhärtesalz nach Zielwert.
- Hochwertiges Futter, oft mehrmals täglich in kleinen Portionen.
Quellen
Haltungsdaten aus Fachquellen, Stand Recherche 2026. Eigene Beckenprotokolle ersetzen diese Zahlen, sobald das Verlagsaquarium läuft — nicht vorher.