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Kampffisch (Betta splendens), naturhistorische Tafel
Illustration, keine eigene Haltungsaufnahme. Betta splendens

Kampffisch

Betta splendens · Siamesischer Kampffisch · Betta
mittel
54 lBecken ab
24–28 °CTemperatur
7 cmEndgröße
pH 6,0-7,5Säuregrad
GH 5–15Härte °dH
1+Gruppe

Ein Kampffisch-Männchen gehört nicht in eine Vase. Artgerecht sind 54 Liter, 24–28 °C, wenig Strömung und eine Abdeckung, weil er Luft atmet. Zwei Männchen im selben Becken sind ein Kampf, kein Experiment.

Passt das zu dir?

Ja, wenn

  • Du willst ein einzelnes, beobachtbares Tier mit Charakter.
  • Du kannst Strömung drosseln und das Becken abdecken.
  • Die Luft über dem Wasser ist nicht kalt (kein Fensterplatz im Winter).

Nicht halten, wenn

  • Du willst ein buntes Gesellschaftsbecken mit Guppys oder Schleierschwänzen.
  • Das Becken ist ein offenes Glas ohne Heizer.
  • Du hältst bereits ein Männchen und willst „Gesellschaft“.

Männchen einzeln. Harem oder Sorority nur für Erfahrene in deutlich größeren, dicht strukturierten Becken.

Haltung

Betta splendens stammt aus stehendem, warmem Wasser. Die Zuchtformen mit Schleierflossen sind schlechte Schwimmer und ermüden in Strömung. Deshalb ist die Filterfrage die Haltungsfrage: wenig Bewegung an der Oberfläche, trotzdem biologisch wirksame Filterung.

Die 3-Liter-Vase ist keine Haltung, sie ist eine Anzeige. Seriöse deutschsprachige Quellen setzen für die Dauerhaltung eines Männchens 54 Liter / 60 cm an. Niedrigere Becken (unter 40 cm Höhe) sind praktischer als hohe, weil der Fisch zum Atmen an die Oberfläche muss.

Vergesellschaftung mit Garnelen endet oft damit, dass der Nachwuchs gefressen wird. Friedliche Schwarmfische ohne lange Flossen können in einem großen, strukturierten Becken funktionieren — müssen aber nicht. Beobachte die erste Woche, und nimm den Betta raus, wenn er jagt.

Herkunft: Südostasien (Thailand, Kambodscha, Vietnam) — Still- und Grabenwasser. Familie Osphronemidae. Schicht im Becken: oben. Ernährung: carnivor. Lebenserwartung: 2–4 Jahre. KH 3–10 °dH. Empfohlen eher 60 l bei 60 cm Kantenlänge.

Zucht

Schaumnestbauer. Das Männchen klebt ein Nest unter Schwimmpflanzen, treibt das Weibchen darunter, bewacht Eier und Larven. Das Weibchen muss nach der Eiablage raus, sonst wird es angegriffen. Zuchttemperatur 27–29 °C, weiches Wasser. Das ist ein eigenes Becken, kein Gesellschaftsbecken.

Typische Fehler

Glas ohne Heizer. Offenes Becken am Fenster. Zwei Männchen „zum Auspowern“. Spiegel am Glas, der das Tier stundenlang imponieren lässt. Medikamente mit Kupfer, wenn Garnelen im selben Schrank stehen. Und die Idee, ein Männchen würde sich „an Guppys gewöhnen“.

Was das Becken braucht

Abgeleitet aus den Werten oben. Die Empfehlung folgt dem Bedarf, nicht umgekehrt.

  • Abdeckung — Labyrinthfische atmen atmosphärische Luft; kalte Zugluft über dem Wasser entzündet das Labyrinthorgan.
  • Schwammfilter oder stark gedrosselter Filter. Starke Strömung zermürbt die Flossen.
  • Schwimmpflanzen auf etwa einem Drittel der Fläche, dazu Verstecke.
  • Heizer auf 24–28 °C. Zimmertemperatur reicht in Mitteleuropa nicht.

Quellen

Haltungsdaten aus Fachquellen, Stand Recherche 2026. Eigene Beckenprotokolle ersetzen diese Zahlen, sobald das Verlagsaquarium läuft — nicht vorher.