Für die meisten Süßwasser-Gesellschaftsbecken liegt Nitrat (NO3) sinnvoll zwischen 5 und 20 mg/l. Unter 5 mg/l in einem bepflanzten Becken heißt oft: die Pflanzen hungern. Über 40 mg/l heißt: zu viel Besatz, zu wenig Wechsel oder beides. 0 mg/l ist kein Reinheitsgebot.
Was der Test überhaupt misst
NO3 ist das Ende der Stickstoffkette: Ammonium/Ammoniak → Nitrit (NO2) → Nitrat. Nitrit soll dauerhaft 0 mg/l sein. Nitrat darf stehen — es ist weniger akut giftig, sammelt sich aber. Der Tröpfchentest zeigt eine Farbe, keine Moral. Leitungswasser selbst kann 10–30 mg/l Nitrat mitbringen; dann ist „0 im Becken“ physikalisch unmöglich, solange du dieses Wasser nachfüllst.
Bereiche, an denen du Entscheidungen festmachst
- NO2 über 0,3 mg/l: Einfahrphase oder Filterunfall. Kein weiterer Besatz. Nicht mit NO3 verwechseln. Ablauf: Nitritpeak.
- NO3 5–20 mg/l: Alltagsziel für Guppy, Platy, Corydoras, Neocaridina.
- NO3 20–40 mg/l: Wasserwechsel verdichten, Fütterung prüfen, Pflanzenlücken schließen.
- NO3 über 40 mg/l: Besatz reduzieren oder Volumen erhöhen. Der Rechner lügt hier nicht.
Diskus und empfindliche Wildformen fährst du am unteren Ende, mit häufigen Wechseln. Das ist Hygienehaltung, nicht der Maßstab für ein 80-Liter-Guppybecken.
Sofortmaßnahme bei hohem Wert
30 Prozent wechseln, 24 Stunden später nochmals 30 Prozent, wenn der Wert über 50 mg/l lag. Nicht 100 Prozent auf einmal: Härte und Temperatur kippen, die Fische zahlen das. Fütterung für drei Tage halbieren. Mulm absaugen — dort sitzt Nachschub.
Dauerlösung
Pflanzen, die wachsen, nicht Pflanzen, die im Beutel schön waren. Wechsel als Rhythmus, nicht als Panik. Besatz, der zum Liter passt. Nitratfilter und Wunderharze sind die letzte Schraube, nicht die erste.
Die Zahl auf dem Tröpfchentest ist noch keine Diagnose. Besatz, Futter und Pflanzen dazu lesen.