Start / Praxis / Filter reinigen

Filter reinigen: wann, womit, wie gründlich

Medien in einem Eimer abgelassenen Beckenwassers ausdrücken, nicht unter dem Hahn. Chlor und Chloramin im Leitungswasser treffen die Nitrifikanten, die Ammonium und Nitrit oxidieren. Innenfilter oft nach 3 bis 6 Wochen, Außenfilter nach 6 bis 12 Wochen — oder sobald der Durchfluss spürbar nachlässt. Ein Medium, nicht alle. Danach NH4 und NO2 ein paar Tage bei 0 mg/l halten.

Diagnose

Der Filter sagt es über den Strahl, nicht über den Kalender. Wird der Auslauf dünner, das Geräusch höher, das Wasser nach dem Füttern länger trüb: der Vorfilter ist voll. Steigt gleichzeitig Nitrit über 0 mg/l, ist die Biologie mit betroffen — dann ist die Wäsche schon zu spät oder zu gründlich gewesen. Siehe Nitritpeak.

Kölle Zoo: so selten wie möglich, so oft wie nötig. Ein Innenfilter in 54 Litern mit Guppys kann nach wenigen Wochen stehen. Ein großer Außenfilter an einem bepflanzten 200-Liter-Becken hält Monate. AquaInfo: nach drei Wochen nachsehen, dann nach vier, bis das eigene Intervall sitzt; mit wöchentlich 20 Prozent Wechsel oft 4 bis 6 Wochen.

Liegt das Intervall dauerhaft unter 3 bis 4 Wochen, ist der Filter zu klein oder der Besatz zu groß. Der Besatzrechner zuerst, nicht die zweite Pumpe. Goldfische produzieren mehr Kot als ein Standard-Innenfilter für 60 Liter trägt.

Ursache

Drei Schichten, drei Tempi:

Leitungswasser ist in Deutschland meist weich chloriert, in manchen Netzen mit Chloramin. Beides tötet sessile Bakterien. Deshalb der Eimer aus dem Becken, nicht der Strahl aus der Küche. Heißes Wasser und Spülmittel gehören nicht an die Matte.

Sofortmaßnahme

  1. Strom aus. Eimer mit 5 bis 10 Litern Beckenwasser füllen — am einfachsten das Wasser, das sowieso zum Wechsel rausgeht.
  2. Nur den Vorfilter oder eine Matte in diesem Wasser ausdrücken, bis der grobe Mulm raus ist. Der Schaum bleibt beige. Blitzblank heißt: die Kolonie ist mit im Ausguss.
  3. Keramik kurz schwenken, nicht schrubben. Eine Kammer unberührt lassen.
  4. Laufrad und Ansaugkorb von Schneckenhäusern und Blattresten befreien — dort sitzt oft der eigentliche Leistungsverlust.
  5. Wieder einsetzen, 5 Minuten laufen lassen, auf Dichtheit sehen. Die nächsten zwei Tage NH4 und NO2 messen. Alles über 0 mg/l: 30 Prozent wechseln, nicht nachfüttern. NH4/NH3.

Alle Medien am selben Tag unter dem Hahn ist der Klassiker für den zweiten Peak, Monate nach dem Einfahren. Ein toter Filter sieht aus wie klares Wasser und stinkt nach Ammoniak.

Dauerlösung

Vorfilter öfter, Biologie seltener. Wer einen Topf vor dem Außenfilter hat, öffnet den alle 2 bis 4 Wochen und den Kanister alle 8 bis 12. Schläuche und Bögen einmal im Halbjahr durchspülen — der Mulm dort zählt zur Last, nicht zur Biologie.

Futter, das in 2 Minuten weg ist. Mulm beim Wechsel mit. Pflanzen, die wachsen. Dann bleibt der Filter länger offen. Nitrat im Alltag 5–20 mg/l: NO3.

Neue Matten und Keramik neben die alten legen, zwei Wochen mitlaufen lassen, dann erst die alten raus. Flaschenbakterien sind Impfung nach einem Unfall, kein Ersatz für die Fläche, die du gerade weggeworfen hast.

Der Eimer kommt aus dem Becken. Ein Medium, nicht alle. Der Durchfluss entscheidet vor dem Kalender.

Quellen

Zahlen aus den genannten Texten, Stand Recherche 2026. Das eigene Intervall sitzt erst, wenn NH4 und NO2 nach der Wäsche 0 mg/l bleiben.