Kieselalgen (Diatomeen) bilden einen braunen, staubigen Film auf Glas, Sand und Deko, typischerweise in Woche 2 bis 6 nach dem Einrichten. Sie leben von Silikat und vom noch unreifen Biofilm. In den allermeisten Becken verschwinden sie, sobald Nitrat und Phosphat in ein Pflanzenwachstum kippen — nicht, sobald ein Algenmittel greift.
Diagnose
Wische mit dem Finger über die Innenscheibe. Kieselalgen fühlen sich an wie feiner Staub und gehen leicht ab. Fadenalgen ziehen Fäden. Pinselalgen sitzen hart an Kanten. Blaualgen (Cyanobakterien) sind schleimig und riechen oft erdig. Wenn der Belag braun, trocken-staubig und jung ist — Kieselalgen.
Sie brauchen Silikat (SiO2). Leitungswasser, ungespülter Sand und neue Steine liefern ihn. In einem eingefahrenen, dicht bepflanzten Becken verlieren sie gegen höhere Pflanzen und andere Algen.
Ursache
- Becken unter 8 Wochen alt, Filterbiologie noch nicht geschlossen.
- Silikat im Wechselwasser, oft 4–15 mg/l in deutschem Leitungswasser.
- Licht schon auf Endstufe, Pflanzen aber noch nicht am Wachsen.
- Überfütterung ohne Besatz, der das Futter holt.
Kieselalgen sind selten ein Silikat-Notfall. Sie sind ein Zeitfenster. Wer in Woche 3 das Becken abbricht, hat das Fenster mit einer Baustelle verwechselt.
Sofortmaßnahme
Abwischen, absaugen, Sand abschlämmen. Licht um 2 bis 3 Stunden kürzen, wenn es aktuell über 8 Stunden steht. Fütterung auf das, was in 2 Minuten weg ist. Wasserwechsel 30 Prozent mit stehengelassenem oder aufbereitetem Wasser — nicht, um Silikat „auf null“ zu drücken, sondern um die Mulmlast zu senken.
Rennschnecken und Amanogarnelen weiden den Film, sobald das Becken nitritfrei ist. Nicht in Woche 1 einsetzen.
Dauerlösung
Warten, bis Pflanzen wachsen. Dann gewinnen höhere Pflanzen das Silikat- und Nährstoffrennen. Wer dauerhaft Kieselalgen hat, hat entweder dauernd frisches Silikat (ungespülter Bodengrund, jede Woche neues Gestein) oder zu wenig konkurrierendes Wachstum. Osmoseanlagen sind ein Werkzeug für Weichwasserhaltungen, kein Automatismus gegen Braunbelag.
Chemie gegen Diatomeen ist in dieser Phase fast immer unnötig und trifft oft die gerade entstehende Filterbiologie.
Brauner Staub in Woche 2 bis 6 ist fast immer Einfahren, kein Grund, das Becken abzubrechen.